Berichte
Der Landesverband Rheinland-Pfalz des DAV
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Schon einige Jahre vor der Gründung des Landesverbandes Rheinland-Pfalz wurde die Frage der Bildung von Landesverbänden engagiert und kontrovers diskutiert. So stand bereits bei der Sektionenverbandstagung  des Sektionenverbands Hessen-Pfalz-Saar 1988 in Worms das Thema der Gründung von Landesverbänden auf der Tagesordnung. Ausgangspunkt der ganzen Debatte  waren die als erforderlich angesehenen Bestrebungen des Bundesverbands, dem Deutschen Sportbund (DSB/heute DOSB) beizutreten. In den Verhandlungen des DAV mit dem DSB forderte dieser, dass der DAV neben den bestehenden Sektionenverbänden und –tagen rechtlich selbstständige Landesverbände bilden müsse, die den jeweiligen Landes­sportbünden beitreten. Damit sollte eine dem DOSB entsprechende dreigliedrige föderalisti­sche Aufbaustruktur des DAV geschaffen werden.


Dies führte nach Klärung aller noch offenen Fragen dazu, dass am 12. Oktober 1991 im Ver­einsheim der Sektion Mainz der Landesverband Rheinland-Pfalz im Deutschen Alpenverein gegründet wurde. Anwesend waren zehn von 13 rheinland-pfälzischen Sektionen. Die nicht anwesenden Sektionen hatten schon vorab ihre Zustimmung erklärt, so dass der Landes­verband unter  Zustimmung aller anwesenden Sektionen einstimmig aus der Taufe gehoben wurde. In den Vorstand mit Mindestbesetzung wurden gewählt:

 

Gerhard Grab Landesvorsitzender und kommissarischer Schatzmeister
Emil Nord Stellvertretender Landesvorsitzender
Eitel Gropengießer Ausbildungsreferent
Heike Ackermann Landesjugendleiterin kam1992 dazu

 

Mit der Wahl des Landesvorstands wurde auch die erforderliche Satzung des Landesverbands einstimmig verabschiedet. Hiernach war es Zweck des neu gegründeten Landesverbands ins­besondere, die Interessen der in Rheinland-Pfalz ansässigen Sektionen des DAV in anderen Organisationen auf Landesebene wahrzunehmen und öffentliche Mittel zu bewirtschaften, die der Finanzierung der satzungsgemäßen Arbeit der Sektionen dienen. Diese Satzung wurde in Folge mehrfach aufgrund neu hinzukommender Aufgaben entsprechend der Mustersatzung des DAV für die Landesverbände geändert. Weiterhin wurde im Zuge der Gründung des Lan­desverbandes der Fortbestand des Verbands der pfälzischen Sektionen im DAV als nicht mehr erforderlich angesehen, was dann 1996 zur definitiven Auflösung dieses Verbands führte, der im Landesverband als rechtlichem Nachfolger aufging.


Kaum hatte der Landesvorstand die üblichen Probleme einer Vereinsgründung, wie einer gül­tigen im Vereinsregister eingetragenen Satzung, die Finanzierung durch die Mitgliedssek­tionen sowie die weitere Besetzung der noch unbesetzten Vorstandsämter bewältigt,  kam die erste große Aufgabe auf den noch so jungen Landesverband zu:


Die Kartierung der Kletterfelsen in Rheinland-Pfalz - Felskartierung


Um die starken Spannungen zwischen Naturschutz und Natursport/Klettern abzubauen und einen konzeptionellen Beitrag zur naturverträglichen Ausübung des Klettersports zu leisten, beschloss der Hauptausschuss des Deutschen Alpenvereins 1992 bundesweit die „Ausarbei­tung von fachlich fundierten und ausgewogenen Konzepten für den Umgang mit den außer­alpinen Klettergebieten“ zu erstellen. Der Auftrag erwies sich als äußerst arbeitsintensiv, ging es doch im Grunde darum, als Basisinformation alle Felsen über zehn Meter Höhe in Rhein­land-Pfalz zu erfassen. Fast alle Sektionen waren dazu mehrere Jahre in den ihnen zugeteilten Arbeitsgebieten in ungezählten Stunden unterwegs. Alle Stationen dieser immensen Arbeit können hier nicht nachgezeichnet werden, hervorgehoben werden dürfen in jedem Fall die Hauptakteure, denen die Projektsteuerung und Gesamtverantwortung oblag:


Dieter Daut, Sektion Speyer, Gerhard Grab, Sektion Ludwigshafen, Gerhard Kemper, Sektion Speyer und Norbert Lau, Sektion Frankenthal,


sorgten dafür, dass im Oktober 2000 die Felskletterkonzeption des Landes Rheinland-Pfalz veröffentlicht werden konnte, die auch dem Landtag, der Landesregierung und dem Landes­sportbund übergeben wurde. Aufgrund dieser Dokumentation wurde erstmals eine verläss­liche Argumentationsgrundlage geschaffen, um naturverträgliches Klettern in unserem Bun­desland zu ermöglichen und unverhältnismäßige Sperrungen der Kletterfelsen zu vermeiden.


In dieser Zeit entwickelten sich der Landesvorstand, der Landesverband und seine Aufgaben­stellungen weiter. Das Fortbestehen des Sektionenverbands Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland sowie die Neugründungen des Landesverbands Hessen und des Landesverbands Rheinland-Pfalz erforderten eine organisatorische Regelung der Führung des Sektionenverbands. Beim Sektionenverbandstag am 9. Mai 1992 in Heimbuchenthal/Spessart wurde deshalb beschlos­sen, dass als Vorsitzende des Sektionenverbands alternierend die Landesvorsitzenden so fun­gieren, dass in Jahren mit geraden Zahlen der Landesverband Hessen und in Jahren mit unge­raden Zahlen der Landesverband Rheinland-Pfalz die Sprecherfunktion wahrnehmen.


Die Neuwahlen 1995 führten zu folgendem Landesvorstand:

Gerhard Grab Landesvorsitzender
Hermann Kohl Stellvertretender Landsvorsitzender
Willi Kiefer Schatzmeister
Heike Ackermann Landesjugendleiterin
Emil Nord Ausbildungsreferent
Gerhard Kemper Naturschutzreferent
Josef Frößl
Öffentlichkeitsreferent

 

Gerhard Grab führte den Landesverband bis 1999, also acht Jahre lang. Die Belastungen, die auf ihn zukamen, waren außergewöhnlich hoch. Alle Vereinsvorsitzende und Vorstände wissen, dass die Neugründung eines Vereins und noch dazu eines Landesverbands besonderen Aufwand und Umsicht erfordern. Hinzu kam, dass schon kurz nach der Konstituierung des Vorstands mit der Felskartierung der Kletterfelsen in Rheinland-Pfalz ein besonders dicker Arbeitsbrocken auf den Verband zukam. Gerhard Grab hat sich dieser Aufgabe gestellt und sie gut gemeistert, dafür gebühren ihm bleibender Dank und hohe Anerkennung. Gerhard Grab ist 2011 in seinem Heimatort Limburgerhof verstorben.


Die Landesverbandstagung auf dem Rotenfels (Sektion Nahegau) wählte 1999 den folgenden Vorstand:

Hermann Kohl Landesvorsitzender
Dieter Daut stellvertretender Landesvorsitzender
Ute  Keller
Schatzmeisterin
Philipp Albert 
Schriftführer
Katja Becker Landesjugendleiterin
Emil Nord Ausbildungsreferent
Norbert Lau Kletterreferent

 

Mit der erstmaligen Aufnahme eines Referenten für Sportklettern entsprach die Versammlung der zunehmenden Bedeutung des Wettkampfkletterns und der Entwicklung von Klettern als Schulsport in Rheinland-Pfalz. Schon ab 1997 fanden unter der Trägerschaft des Landesver­bands regelmäßig Landesmeisterschaften im Wettkampfklettern statt mit dem Ergebnis, dass sich Spitzenkletterer aus Rheinland-Pfalz für den Bundeskader qualifizierten. Diese positive Entwicklung des Sportkletterns im Raum Ludwigshafen/Frankenthal führte letztlich auch dazu, dass die Sektion Frankenthal 2005 das DAV-Kletterzentrum „Pfalz Rock“ errichtete, das mittlerweile als einzige für DAV-Wettkämpfe geeignete DAV-Kletterhalle im Land bewährter Landesleistungsstützpunkt in Rheinland-Pfalz ist.


Der starke Zustrom der Jugend zum Sportklettern und neuerdings auch Bouldern, als maxi­malkräftige Variante zum Lead, hält bis heute an. Der Landesverband hat diese Entwicklung schon früh erkannt und die Organisation von Kletterwettkämpfen zu einer seiner wichtigen Aufgaben gemacht. Dies spiegelt sich in der Aufnahme entsprechender Bestimmungen in die Satzung und noch mehr in der jährlichen bedeutsamen finanziellen Förderung des Wett­kampfkletterns wider. Seit 1997 werden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Sportklettern Jahr für Jahr von unserem Kletterreferenten im Landesvorstand Norbert Lau zusammen mit seiner Frau Christa Lau mit hoher Fachkompetenz durchgeführt. In ihren Händen lag auch die kürzliche Durchführung der 17. Offenen Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Sportklettern am 20.April 2013 in Frankenthal. Hinzu kommt im bestimmten Wechsel die Organisation der Westdeutschen Meisterschaften im Sportklettern (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Zu den  sportlichen Erfolgen trägt bei, dass der Landesverband für das Sportklettern einen RLP-Leistungskader gebildet und einen Landestrainer bestellt hat sowie Trainingsmaßnahmen regelmäßig finanziert.


Ab 2002 besetzte der Landesverband mit Familienbergsteigen durch den Beauftragten Erich Oberfrank und mit Klettern als Schulsport durch den hierfür beauftragten Gymnasiallehrer Peter Klein neue wichtige Aufgabenfelder. Beide wurden durch die Mitgliederversammlung 2002 in Marburg in den Landesvorstand gewählt.


Die offizielle Förderung des Klettersports in der Schule durch das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz seit 1994 führte aufgrund der konzeptionellen Diskussion und Beratung mit dem DAV-Landesverband dazu, dass 1998 eine Vereinbarung zwischen dem Bildungsmi­nisterium und dem Landesverband Rheinland-Pfalz des DAV über den Bereich „Schulsport Klettern“ geschlossen wurde. Beim Lehrerfortbildungsinstitut (IFB) in Speyer wurde ein Ausbildungsteam „Schulsport Klettern“ eingerichtet, das durch den DAV-Landesverband ausgebildet wurde und regelmäßig fortgebildet wird. Diese Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem DAV ist für beide Partner von großer Bedeutung. Sicherheitsrelevante Not­wendigkeiten beim Klettern und didaktisch-methodische Aspekte im Unterricht können so in idealer Weise stets auf dem aktuellen Kenntnisstand vermittelt werden. Im Verlauf der letzten 15 Jahre wurden über 350 Lehrkräfte in den insgesamt acht Tage umfassenden Kursen quali­fiziert und erhielten die Lehrerlaubnis im Bereich Klettersport. Jährlich kommen etwa 30 neue Lehrer dazu, ein erfolgreiche Entwicklung, zu der Peter Klein, unser sehr engagierter Referent für Schulsport und Klettern im Landesverband, wesentlich beigetragen hat.


Die Wahlen zum Landsvorstand 2003 im saarländischen Weiskirchen führten zu folgender Besetzung:

Hermann Kohl Landesvorsitzender
Dieter Daut Stellvertretender Landesvorsitzender
Thomas Leininger Schatzmeister
Philipp Albert
Schriftführer (bis 2004)
Rita Endres-Grimm Schriftführerin (ab 2004)
Norbert Dötsch
Ausbildungsreferent
Peter Klein Klettern als Schulsport
Erich Oberfrank Familienbergsteigen
Norbert Lau
Referent für Leistungssport


Seit seiner Wahl in den Landesvorstand 1999 betreut Dieter Daut mit hohem Einsatz die wichtigen Aufgabenfelder Klettern und Naturschutz. Sein Engagement führte zur Aufnahme in den Bundesausschuss Klettern und Naturschutz und in den Vorstand der Landesaktions­gemeinschaft Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Ihm ist es zu verdanken, dass auftretende Spannungen zwischen dem Naturschutz und dem Klettern in der Natur immer wieder in Ein­zelfällen abgebaut und drohende Felssperrungen verhindert werden konnten.

Zu einem besonderen Anliegen unserer Landesjugendleiterin Katja Becker entwickelte sich neben ihren vielfältigen anderen Aufgaben die Einrichtung von Umweltbaustellen in der Westpfalz, die bis heute durchgeführt werden und in der Presse anerkennende Beachtung fin­den.

Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Landesvorsitzenden führte dazu, dass Hermann Kohl nach achtjähriger Amtszeit sein Amt nicht mehr fortführen konnte. Seiner Kompetenz und Tatkraft ist es zu verdanken, dass sich die Strukturen des heutigen Verbandes stetig stabilisierten und die neuen Aufgabenfelder zügig in die Verbandsarbeit aufgenommen wurden. Hermann Kohl ist 2008 in seiner Heimatstadt Mainz verstorben.


Die Neuwahlen 2007 in St. Martin führten zu folgendem Vorstand:

Dr. Udo Rauch Landesvorsitzender
Dieter Daut 
Stellvertretender Landesvorsitzender
Thomas Leininger
Schatzmeister
Rita Endres-Grimm Schriftführerin
Katja Becker
Landesjugendleiterin
Peter Klein Schulsport
Norbert Dötsch Ausbildungsreferent
Norbert Lau Kletterreferent
Erich Oberfrank Familienbergsteigen


Nachdem Thomas Leininger sein Amt aus beruflichen Gründen 2008 niederlegte, wurde Andreas Oeynhausen, Sektion Neustadt, im selben Jahr als Schatzmeister in den Vorstand gewählt.


Ein weiteres wichtiges Feld der Zuständigkeiten des Landesverbandes liegt auf dem Gebiet der Fortbildung von Fachübungsleitern und Trainern. Die Bedeutung dieser Aufgaben zeigt sich schon darin, dass bereits in den Gründungsvorstand ein Ausbildungsreferent gewählt worden ist. Dieser ist vor allem zuständig für die Beantragung und Verlängerung der DOSB- Lizenzen für die Fachübungsleiter im Fachverband, gibt hierüber Rückmeldung an die Sport­bünde und an den Bundesverband in München, führt regelmäßige Sitzungen der Ausbildungs­referenten auf Landesebene zum Informations- und Erfahrungsaustausch durch, organisiert Fortbildungen für Wanderleiter der Sektionen in Rheinland-Pfalz und ist Mitglied der Kom­mission Ausbildung auf Bundesebene.


Die hohe personelle Kontinuität zeigte sich bei den Neuwahlen 2011 in Gießen, wo bis auf die neu gewählte Ausbildungsreferentin der derzeit gesamte amtierende Landesvorstand bis 2015 wiedergewählt wurde:

 

Dr. Udo Rauch Landesvorsitzender
Dieter Daut Stellvertretender Landesvorsitzender
Andreas Oeynhausen Schatzmeister
Rita Endres-Grimm Schriftführerin
Katja Becker Landesjugendleiterin
Dr. Heike Schuster-Hulley Ausbildungsreferentin
Norbert Lau
Referent für Sportklettern
Peter Klein Referent für Klettern und Schulsport
Erich Oberfrank Referent für Familienbergsteigen


In 22 Jahren seines Bestehens hat sich der Landesverband sehr zufriedenstellend entwickelt. Alle 13 Sektionen in Rheinland-Pfalz mit nahezu 28 000 Mitgliedern (Ende 2012) sind in ihm als Mitglieder zusammengeschlossen. Der Landesverband wiederum ist seit 1993 Mitglied im Landessportbund und dort als Fachverband für Bergsteigen, Klettern und Skibergsteigen an­erkannt. Durch jährliche Zuschüsse des Landessportbundes zur Wahrnehmung unserer Auf­gaben ist unsere Haushalts- und Finanzlage erfreulicherweise sehr stabil.


Von den 13 Sektionen sind bisher elf Sektionen in die zum Landessportbund gehörenden Sportbünde Rheinland, Rheinhessen und Pfalz eingetreten, woraus sich eine fruchtbare gegenseitige Zusammenarbeit und Förderung der satzungsmäßigen Ziele zum Wohle des Sports entwickelt hat.


Die geschilderten Hauptaufgaben des Landesverbands in Zusammenarbeit mit dem Bundes­verband, nämlich

- die Organisation der Fortbildung der Fachübungsleiter
- das Wettkampfklettern und Bouldern
- der Bereich Klettern und Schulsport
- Klettern und Natur und Umweltschutz sowie
- die Förderung der Jugend und Familien im DAV


werden seit Jahren erfolgreich wahrgenommen. Hinzu kommt die Ausrichtung der Sektionen­verbandstagungen im jährlichen Wechsel mit dem Landesverband Hessen und dem Landes­verband Saar. Die jährlichen Begegnungen mit den Vorständen der Sektionen aus diesen Bundesländern sind reich an Informationen und haben länderübergreifend zu dauerhaften Verbindungen und Freundschaften geführt.


Die vielfältigen Aktivitäten verbunden mit den stetig wachsenden Mitgliederzahlen der Sekti­onen führen dazu, dass der Deutsche Alpenverein ein zunehmend bekannter und geachteter Partner des Landessportbundes und der Sportbünde geworden ist. Dasselbe gilt für die politi­sche Ebene bei den Gesprächen mit Oberbürgermeistern, Landräten sowie mit Mitgliedern des Landtags und der Landesregierung. Wichtig wird in Zukunft immer sein, geeignete Kan­didaten aus den Sektionen für freiwerdende Ämter im Landesvorstand zu gewinnen, um den Landesverband auch weiterhin in eine immer gute Zukunft zu führen.


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